Papst Johannes XXIII

Johannes XXIII.: Geschichte und Münzprägung

Papst Johannes XXIII

Angelo Giuseppe Roncalli wurde am 25. November 1881 in Brusicco, einem Ortsteil von Sotto il Monte in der Provinz Bergamo, in eine Bauernfamilie geboren. Er studierte am Priesterseminar in Bergamo und erhielt ein Stipendium für das Seminario dell’Apollinare in Rom, wo er seine Studien abschloss und am 10. August 1904 zum Priester geweiht wurde. Ab Februar 1905 war er Sekretär des Bischofs von Bergamo. Als 1915 der Erste Weltkrieg ausbrach, diente er zunächst im Sanitätskorps und dann als Militärseelsorger. Im Dezember 1920 berief ihn Benedikt XV. zum Leiter des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung und brachte ihn so mit der internationalen Missionsarbeit in Kontakt. Pius XI. ernannte ihn am 19. März 1925 zum Erzbischof. Er begann seine diplomatische Tätigkeit als Apostolischer Visitator in Bulgarien und ab dem 27. November 1935 als Apostolischer Delegat in der Türkei und Griechenland. Am 30. Dezember 1944 ernannte Pius XII. ihn zum Apostolischen Nuntius in Frankreich, wo er zwischen den konservativen Positionen der Kirche und den sozialen Anliegen des Klerus vermittelte. Am 5. März 1953 wurde er Kardinal und Patriarch von Venedig.

Nach dem Tod Pius’ XII. wurde Roncalli am 28. Oktober 1958 als Johannes XXIII. zum Papst gewählt. Er setzte sich für die Wiederaufnahme der Beziehungen zu anderen Religionen ein und traf unter anderem Vertreter protestantischer Kirchen, den Vorsteher der griechisch-orthodoxen Kirche und den Erzbischof von Canterbury. Im April 1959 untersagte er Katholiken, Parteien kommunistischer Prägung zu wählen; am 3. Januar 1962 exkommunizierte er Fidel Castro und folgte damit dem Kurs, den Pius XII. 1949 gegenüber kommunistischen Regierungen eingeschlagen hatte. Seine Ablehnung des kommunistischen Atheismus schmälerte sein soziales Engagement nicht. In Mater et Magistra vom 14. Juli 1961, dreißig Jahre nach Pius’ XI. Quadragesimo Anno, forderte er soziale Reformen und Hilfe für Entwicklungsländer.

Am 25. April 1959 kündigte Johannes XXIII. an, ein neues Ökumenisches Konzil einberufen zu wollen, neunzig Jahre nach dem ersten. Das Zweite Vatikanische Konzil, das am 11. Oktober 1962 eröffnet wurde, war das wichtigste Ereignis seines Pontifikats. Es markierte einen Wendepunkt für die Erneuerung der Kirche, den Respekt vor Vielfalt und die Öffnung gegenüber den Anforderungen der Moderne. Das Konzil wurde am 3. Juni 1963 durch den Tod des Papstes unterbrochen, dessen Gesundheit bereits angeschlagen war.

Seine bescheidene Art und seine Aufmerksamkeit für die Schwächsten machten ihn zu einem der beliebtesten Päpste; man nannte ihn den „guten Papst“. Sein Nachfolger war Papst Paul VI. 1965 begann sein Seligsprechungsverfahren.