Slowenische Münzen
Geldgeschichte Sloweniens, vom Tolar zum Euro
Von römischen Münzen zu den Währungssystemen der Habsburgergebiete
Die Geschichte des Zahlungsverkehrs in den slowenischen Gebieten reicht weiter zurück als die 1991 nach der Unabhängigkeit eingeführte Landeswährung. Das Museum der Banka Slovenije verortet die Verwendung von Münzen bereits in römischer Zeit und unterscheidet diese lange Vergangenheit von der Geschichte der 1991 gegründeten Zentralbank. Die antiken Zeugnisse gehören zum Themenbereich römische Münzen; spätere Jahrhunderte unterlagen anderen politischen und monetären Ordnungen. Zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert gelangte ein großer Teil der slowenischen Gebiete unter die Habsburger. Später zirkulierten Währungen des Guldens, des Talers und schließlich der 1892 eingeführten Krone. Diese Namen erschließen Handel und Reformen Mitteleuropas, bezeichnen aber keine damals bereits bestehende slowenische Landeswährung. Der österreichisch-jugoslawische Themenweg verbindet die Auflösung der Monarchie 1918 mit den Währungen des neuen jugoslawischen Raums. Die offizielle slowenische Chronologie dokumentiert diese Wendepunkte.
Vom jugoslawischen Dinar zum Tolar von 1991
Nach dem Ende Österreich-Ungarns 1918 kamen die slowenischen Gebiete zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das 1929 in Königreich Jugoslawien umbenannt wurde. Auf Besetzung und Aufteilung 1941–1945 folgte 1945 das föderale Jugoslawien; Kriege und Reformen veränderten auch das Dinarsystem. Die Unabhängigkeitsakte vom 25. Juni 1991 begründeten die neue Ordnung der Republik Slowenien. Am 8. Oktober 1991 wurde der Tolar zunächst als provisorisches Wertpapiergeld eingeführt: Die Banka Slovenije bewahrt und beschreibt diese ersten Ausgaben. Danach folgten die endgültigen Serien: die ersten Banknoten am 30. September 1992, die ersten Münzen zu 50 Stotin sowie 1, 2 und 5 Tolar am 4. Januar 1993. Ihre Jahreszahl 1992 entspricht daher nicht dem Umlaufbeginn. Ein Tolar war in hundert Stotin unterteilt. Der Name erinnert an den mitteleuropäischen Taler; diese sprachliche Verwandtschaft setzt die Währung von 1991 jedoch nicht mit historischen Silbermünzen gleich. Staatsgeschichte, Währungsreform und Münzjahr bleiben getrennte Angaben. Die Banka Slovenije unterscheidet die Ausgabedaten von Wertgutscheinen, Banknoten und Münzen.
Die Tolar-Münzen und der Euro
Der Katalog slowenischer Münzen umfasst Stotin-Bruchteile und Tolar-Nennwerte der Landeswährung vor dem Euro sowie die bereits vorhandenen Exemplare höherer Nennwerte. Motive, Legierungen und Abmessungen unterscheiden die Nominale; die Abbildung einer Münze bedeutet nicht, dass jeder Umlauf- oder Gedenkmünztyp erfasst ist. Slowenien trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei und führte am 1. Januar 2007 den Euro zum unwiderruflichen Kurs von 1 Euro für 239,640 Tolar ein. Die Banka Slovenije dokumentiert die Umstellung und das Ende des parallelen Bargeldumlaufs am 14. Januar 2007. Slowenische Euromünzen setzen den Themenweg in einer eigenen Ansicht fort; der Tolar-Katalog dokumentiert die frühere Landeswährung.
Siehe auch: Europäische Union.
Quelle: EZB: nationale Seiten.